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Veranstaltungen

 

10.-15. Juli 2005
Studienreise ins Isergebirge

Eine Reise ins Isergebirge vom 10.-15. Juli 2005

Moorlandschaften und prachtvolle Rathäuser, Lehrpfade durch die Natur und bedeutende Wallfahrtskirchen, prunkvolle Schlösser und Burgruinen, moderne Museen und Bibliotheken usw. all dies hat die Region Isergebirge zu bieten. Die Teilnehmer einer vom Kulturreferenten im Adalbert Stifter Verein veranstalteten Studienreise hatten vom 10.-15. Juli die Möglichkeit, sich mit all dem vor Ort vertraut zu machen.

Die bekannte Wallfahrtskirche von Haindorf (Hejnice) mit Wallenstein-Altar und Clam-Gallas- Gruft war erster Anlaufpunkt. Das nebenan gelegene einstige Franziskanerkloster wurde in den 90er Jahren komplett renoviert und dient heute als Internationales Zentrum der Geistlichen Erneuerung (MCDO), in dem zahlreiche deutsch-tschechische Begegnungsaktionen stattfinden. Auf einer Wanderung von Wittighaus (Smědava) nach Klein-Iser (Jizerka) entlang der Isergebirgs-Magistrale konnte man die typische Isergebirgslandschaft mit weiten Waldflächen, Hochebenen und Hochmooren beobachten. In Klein-Iser befindet sich nicht nur das bekannte Misthaus von Gustav Ginzel, das einst auf Grund seiner skurrilen Sammlungen von scheinbar nutzlosen Gegenständen aus aller Welt ein Anziehungspunkt für Touristen war (leider ist es derzeit auf Grund einer Erkrankung Ginzels geschlossen). Im ehemaligen Schulgebäude ist auch ein Museum zur Geschichte des Ortes und der Region untergebracht. Eine kurze Lesung aus Gustav Leutelts Glaswald am Denkmal des Isergebirgs-Dichters in Josefsthal (Josefův Důl) erinnerte an die Katastrophe des Dammbruchs bei Dessendorf von 1916, die mehr als 60 Menschenleben forderte.

  

Die Kleine Iser (Jizerka) im Hochmoorgebiet des Isergebirges,

rechts Gaststätte U Uhlířů (Zu den Köhlern) in Christophsgrund

Die fast schon zusammengewachsenen Städte Reichenberg (Liberec) und Gablonz (Jablonec n. Nisou) wurden ebenfalls besucht. In der einstigen Tuchmacher-Stadt Reichenberg führte die Initiatorin und ehemalige Leiterin der dortigen Bibliothek, Věra Vohlidalová, die Gruppe durch den Bau der Versöhnung und die angeschlossene neue Synagoge. In Gablonz imponierte das 2004 neu eröffnete Schmuck-, Glas und Bijouterie-Museum mit imposanten Sammlungen. Die wunderschöne Volksarchitektur im Iser- und Jeschkengebirge ist am besten im Dorf Christophsgrund (Kryštofovo údolí) erhalten. Christophsgrund war einst eine Hochburg der Krippenbauer, eine sehr schöne Krippen-Ausstellung ist in der dortigen Gastwirtschaft „U Kryštofa“ zu besichtigen. Ein besonderes Schmuckstück des Ortes ist die hölzerne Christophskirche von 1684.

                                  Rathaus und Schloss Friedland (Seitenansicht)

In Friedland (Frýdlant) mit seinem großartigen Schlosskomplex, der einst Albrecht von Wallenstein gehörte, wurde die hervorragend erhalten Innenausstattung des Schlosses besichtigt. Im kleinen Kurort Bad Liebwerda (Lázně Libverda) mit seiner Christians-Quelle hielt sich einst auch der bekannte Komponist Carl Maria von Weber auf, an den eine Gedenktafel erinnert. Kratzau (Chrastava), die einstige Industriestadt, hat mit dem Geburtshaus des Malers Josef Führich, der dort untergebrachten Ausstellung zu Leben und Werk des Künstlers und der neugotischen Laurentius-Kirche einiges zu bieten.

 

 

Führich-Haus in Kratzau, Stadttheater in Gablonz

Ein Besuch der Burg Bösig (Bezděz) am wunderschönen Macha-See bei Hirschberg (Doksy) rundete die Reise ab. Bösig war eine der Lieblingsburgen von Karl IV., der an dieser Stelle auch den Hirschberger Großteich, den heutigen Macha-See im Jahr 1366 anlegen ließ.

Im nächsten Jahr ist eine ähnliche Reise ins Adlergebirge/Brauauer Ländchen geplant.

 

© Fotos und Text: Wolfgang Schwarz

 


 

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