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Wichtiger Hinweis: die neue Website des Adalbert Stifter Vereins finden Sie hier: www.stifterverein.de
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Freitag, 16. September
2005, 18 Uhr
München, Kulturforum Sudetendeutsches
Haus, Hochstr. 8
Alfred Kubin Galerie
Dauer der Ausstellung:
bis 11.11.2005
Öffnungszeiten: MO-FR
9-18 Uhr, nicht an Feiertagen
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| Stifter
Kontexte. Zum Gebrauchswert eines Klassikers |
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Stifter für Fortgeschrittene,
so könnte man die Ausstellung überschreiben, die der Adalbert Stifter
Verein zum 200. Geburtstag seines Namenspatrons zeigt. Dieses Mal
werden nicht Leben und Werk Autors thematisiert, sondern die Art
und Weise, wie er im Lauf der Jahre gesehen und ausgelegt, in welchen
Kontexten sein Name verwendet wurde und immer noch vorkommt und
insgesamt den Gebrauch zu demonstrieren, den man von Person und
Werk machte.
Nicht Faktenwissen wie
Geschichtsdaten, literaturwissenschaftlich erarbeitete Kenntnisse
und kritisch etablierte Wertungen erwarten die Ausstellungsbesucher,
sondern Bilder und Vorstellungen, die auf den Autor Stifter projiziert
wurden.
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Das Werk keines anderen
Autors hatte ja ein derartig aufregendes Nachleben.
Ungeachtet seiner ästhetisch-überzeitlichen
Geltung stilisierten durchaus gutwillige Leser ihr Dichterbild und
und setzten es absolut. Einmal auf einen Sockel gestellt, verfestigten
sich die Vorstellungen, dominierten den Horizont späterer Leser
und verstellten die für die Literatur entscheidende, stets neu zu
beginnende Auseinandersetzung mit den Texten.
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In der Ausstellung wird
vor Augen geführt, wie stark man Stifters Erzählungen gekürzt hat,
mit welchen Absichten Zitatensammlungen publiziert wurden, wie man
ihn in Kriegs- und Nachkriegszeiten gelesen hat, wie er für die
Werbung, für touristische und kulinarische Zwecke vereinnahmt wurde
und wo man Straßen und Vereine nach ihm benannt hat.
Vieles von dem, was dem
Ausstellungsbesucher kurios oder trivial erscheinen mag, spiegelt
ganz typische Umgangsformen mit Werk und Leben des Dichters: Von
imaginären Porträts unserer Zeit über die vorherrschend grünen Einbände
seiner Werke bis hin zur Reduktion auf den politischen Patron oder
den Lebenshilfe-Apostel.
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So lautet die Frage, die
sich durch die Ausstellung zieht: Wieviele Mißverständnisse kann
ein Dichter eigentlich überleben?
Die Sehnsucht vieler Leser
nach einer unverstellten Stifterwahrnehmung: "Man müßte … die
ganze Geschichte der Rezeption von vorne beginnen lassen."
(Leopold Federmair), kann allein durch das Bemühen gestillt werden,
Verstellendes dingfest zu machen und abzuräumen.
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Die Idee zu dieser Ausstellung
hatte der Münchner Germanisten Ulrich Dittmann, Stifterforscher
und Mitarbeiter der historisch-kritischen Gesamtausgabe, der das
Konzept der Ausstellung erarbeitet und sie als Kurator betreut hat.
Während der Dauer der
Ausstellung lädt der Adalbert Stifter Verein am 29.9., 6.10., 4.11.
und 11.11. zu vier Begleitvorträgen, die sich dem Werkverständnis
Adalbert Stifters widmen (s. Veranstaltungsprogramm)
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