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20 ehemalige und aktuelle
Studenten des Bohemicums der Universitäten Regensburg und Passau
nahmen an der angebotenen Studienreise nach Westböhmen teil. Bevor
die Grenze nach Tschechien überquert wurde, wurde dem neuen Bayerisch-Böhmischen
Kulturzentrum in Schönsee ein Besuch abgestattet, das sich mit
vielfältigen Aktivitäten, Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen
präsentiert. Die ehemalige Brauerei der Stadt wurde zu diesem Zweck
umgebaut.

Rathaus
von Střibro (Mies), Bartolomäus-Kirche in Pilsen
Nach dem Besuch der
einstigen Bergbaustadt Střibro (Mies), in der früher Silber und
Blei gefördert wurde, folgte am nächsten Tag ein Rundgang durch
die Stadt Pilsen mit dem Besuch der St. Bartolomäuskirche. Die dortige
Pilsener Madonna, dargestellt mit einem Apfel aus dem 14. Jhd. ist
dabei zu einem künstlerischen Vorbild für viele Madonnendarstellungen
Böhmens geworden. Anschließend wurde die Große Synagoge besichtigt,
nach den Synagogen in New York und Budapest die drittgrößte der
Welt. Wie die Pilsner heute mit dem Kriegsende und mit der Befreiung
durch amerikanische Einheiten 1945 (die Kommunisten hatten die Legende
von der Befreiung Westböhmens durch die Rote Armee bis 1989 hartnäckig
verbreitet) umgehen, wurde im 2005 neu geschaffenen General Patton
Memorial sichtbar. Auch die Pilsner Urquell Brauerei, die ursprünglich
auf Grund der katastrophalen Qualität des dortigen Bieres neu gegründet
wurde, präsentierte sich mit einer interessanten Führung und Filmdokumenten.
Der Vilshofener Braumeister Josef Groll machte sich dort um die
Herstellung des heute weltweit bekannten, hervorragenden, untergärigen
Bieres im Jahr 1842 verdient und beendete damit die Ära der bis
dato mangelhaften Braukunst in Pilsen.

Große
Synagoge in Pilsen, Brauerei Pilsner Urquell
Erster Anlaufpunkt des
zweiten Tages war Kladruby (Kladrau). Das 1115 dort gegründete Benediktinerkloster,
eines der ersten seiner Art in Böhmen, ist heute im Rahmen einer
Führung zugänglich. Das österreichische Geschlecht der Windisch-Grätz
hatte die Anlage nach der Aufhebung im 19. Jhd. erworben, eine Brauerei
dort eingerichtet und Teile des Klostergebäudes zur Privatresidenz
umgestaltet. Bemerkenswert ist u. a. die Klosterkirche, in deren
gotisch-barocke Ausstattung Architekt Johann Santini-Aichel auch
Symbole der Verständigung zwischen den Weltreligionen, so z. B.
einen Davidstern im Kirchenfenster, einfließen ließ.
Blick auf
Pilsen mit den Türmen der Synagoge, im Hintergrund
die
Fabriktürme der Skoda-Werke, rechts das Kloster Kladruby (Kladrau)
Das Glasmuseum im
völlig neu renovierten Schloss Bezdružice (Weseritz) hat neben böhmischer
Glaskunst aus der 2. Hälfte des 20. Jhd. einen besonderen Höhepunkt
aufzuweisen: die über sechs Tonnen schwere Krippe von Jaromír Rybák
besteht aus hochbleihaltigem Glas (geschmolzenem Brasilkristall).
Verschiedene Techniken des Schleifens, des Gravierens, der Vergoldung
und Bronzierens wurden dabei angewendet.
Eine 11 km lange Wanderung
von Rabštejn (Rabenstein), einem Ort, der sich auf Grund seiner
Vergangenheit immer noch die kleinste Stadt Mitteleuropas nennt,
entlang der Střela (Schnella) bis Černá Hat’ (Tschernheit) rundete
den Tag ab. Dort befinden sich auch verlassene Bunkeranlagen, die
einst in der Ersten Tschechoslowakischen Republik Teil der in den
dreißiger Jahren errichteten Verteidigungslinie waren.

Stadtplatz
von Klatovy (Klattau) mit Jesuitenkirche und Schwarzem Turm, rechts
das Zentrum von Domažlice (Taus) mit Dominante, dem Rundturm
Der letzte Tag wurde mit
dem Besuch der Städte Klatovy (Klattau) und Domažlice (Taus) abgeschlossen.
Klattau mit seiner Dominante, dem Schwarzen Turm, verfügt über einzigartige
Katakomben, die einst von den Jesuiten unterhalb der am Stadtplatz
dominanten Maria-Himmelfahrts- und Ignatius-Kirche angelegt wurden.
Von 1676-1783 (in diesem Jahr verbot Josef II. die Bestattung in
Kirchen) fanden dort bekannte Geistliche und Persönlichkeiten der
Stadt ihre letzte Ruhe, deren mumifizierte Überreste bis heute gut
erhalten sind. Die Klattauer Barockapotheke bot mit ihrer "Hexenküche"
und zahlreichen erhaltenen historischen Instrumenten zur Medikamentenherstellung
ebenfalls viele interessante Einblicke. Die letzte Station, Domažlice
(Taus), galt als Hochburg der Choden, der einstigen königlichen
Grenzbauern, die auch in einigen Dörfern der Umgebung wie z. B.
in Újezd (Aujezd) lebten. Für die Bewachung der Handelswege und
die Kontrolle der Siedlungsströme erhielten sie von den böhmischen
Herrschern zahlreiche Privilegien.

Gruppenbild
der Teilnehmer vor dem Eingang
zum
Kloster Kladruby (Kladrau)
Fotos:
© Kulturreferent
für die böhmischen Länder
Adalbert
Stifter Verein
Dr. Wolfgang
Schwarz
Hochstraße
8
81669 München
Tel: 089
622 716 - 35
Fax: 089 4 89 11 48
mail: schwarz@asv-muen.de
Programm
Do, 26.10.2006
12:30 Abfahrt
von Regensburg an der Uni-Haltestelle Sammelgebäude
14:00 Besuch des Bayerisch-Böhmischen
Kulturzentrums in Schönsee
Anschließend Weiterfahrt über Střibro
(Mies) nach Pilsen
Fr., 27.10.2006
9:00 Stadtrundgang,
anschließend Führung durch die Große und Alte
Synagoge
12:00 Mittagessen
14:30 Besuch
des General Patton Memorials
16:00 Besuch
der Brauerei Pilsener Urquell
19:00 Abendessen
- anschließend Film
Sa, 28.10.
9.00
Fahrt nach Kladruby (Kladrau)– Führung durch das Kloster
11:00 Weiterfahrt
nach (Weseritz) - Besuch des Glasmuseums
14:00 Wanderung
bei Rabštejn nad Střelou (Rabenstein an der Schnella)
16:00 Rückfahrt
über Schloss Manětín und Kloster Plasy (Plass)
19:00 Abendessen
So, 29.10.2006
9:00
Abfahrt von Pilsen über die Burg Švihov (Schwihau) nach Klatovy
(Klattau) - Stadtrundgang und
Besuch der Katakomben
13.00 Besuch
der historischen Apotheke Zum
Weißen Einhorn - anschließend Fahrt
nach Domažlice (Taus) –
Stadtrundgang und Besuch des Chodenmuseums
Rückfahrt
nach Regensburg - Ankunft ca. 18:00
Die
älteste erhaltene Steinbrücke Tschechiens
führt über die Střela (Schnella) bei Rabštejn
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