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Veranstaltungen 2006

 

26.-29. Oktober 2006

Studienreise nach Westböhmen

20 ehemalige und aktuelle Studenten des Bohemicums der Universitäten Regensburg und Passau nahmen an der angebotenen Studienreise nach Westböhmen teil. Bevor die Grenze nach Tschechien überquert wurde, wurde dem neuen Bayerisch-Böhmischen Kulturzentrum in Schönsee ein Besuch abgestattet, das sich mit vielfältigen Aktivitäten, Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen präsentiert. Die ehemalige Brauerei der Stadt wurde zu diesem Zweck umgebaut.

   

Rathaus von Střibro (Mies), Bartolomäus-Kirche in Pilsen

Nach dem Besuch der einstigen Bergbaustadt Střibro (Mies), in der früher Silber und Blei gefördert wurde, folgte am nächsten Tag ein Rundgang durch die Stadt Pilsen mit dem Besuch der St. Bartolomäuskirche. Die dortige Pilsener Madonna, dargestellt mit einem Apfel aus dem 14. Jhd. ist dabei zu einem künstlerischen Vorbild für viele Madonnendarstellungen Böhmens geworden. Anschließend wurde die Große Synagoge besichtigt, nach den Synagogen in New York und Budapest die drittgrößte der Welt. Wie die Pilsner heute mit dem Kriegsende und mit der Befreiung durch amerikanische Einheiten 1945 (die Kommunisten hatten die Legende von der Befreiung Westböhmens durch die Rote Armee bis 1989 hartnäckig verbreitet) umgehen, wurde im 2005 neu geschaffenen General Patton Memorial sichtbar. Auch die Pilsner Urquell Brauerei, die ursprünglich auf Grund der katastrophalen Qualität des dortigen Bieres neu gegründet wurde, präsentierte sich mit einer interessanten Führung und Filmdokumenten. Der Vilshofener Braumeister Josef Groll machte sich dort um die Herstellung des heute weltweit bekannten, hervorragenden, untergärigen Bieres im Jahr 1842 verdient und beendete damit die Ära der bis dato mangelhaften Braukunst in Pilsen.

 

Große Synagoge in Pilsen, Brauerei Pilsner Urquell

Erster Anlaufpunkt des zweiten Tages war Kladruby (Kladrau). Das 1115 dort gegründete Benediktinerkloster, eines der ersten seiner Art in Böhmen, ist heute im Rahmen einer Führung zugänglich. Das österreichische Geschlecht der Windisch-Grätz hatte die Anlage nach der Aufhebung im 19. Jhd. erworben, eine Brauerei dort eingerichtet und Teile des Klostergebäudes zur Privatresidenz umgestaltet. Bemerkenswert ist u. a. die Klosterkirche, in deren gotisch-barocke Ausstattung Architekt Johann Santini-Aichel auch Symbole der Verständigung zwischen den Weltreligionen, so z. B. einen Davidstern im Kirchenfenster, einfließen ließ.

 

Blick auf Pilsen mit den Türmen der Synagoge, im Hintergrund

die Fabriktürme der Skoda-Werke, rechts das Kloster Kladruby (Kladrau)

Das Glasmuseum im völlig neu renovierten Schloss Bezdružice (Weseritz) hat neben böhmischer Glaskunst aus der 2. Hälfte des 20. Jhd. einen besonderen Höhepunkt aufzuweisen: die über sechs Tonnen schwere Krippe von Jaromír Rybák besteht aus hochbleihaltigem Glas (geschmolzenem Brasilkristall). Verschiedene Techniken des Schleifens, des Gravierens, der Vergoldung und Bronzierens wurden dabei angewendet.

Eine 11 km lange Wanderung von Rabštejn (Rabenstein), einem Ort, der sich auf Grund seiner Vergangenheit immer noch die kleinste Stadt Mitteleuropas nennt, entlang der Střela (Schnella) bis Černá Hat’ (Tschernheit) rundete den Tag ab. Dort befinden sich auch verlassene Bunkeranlagen, die einst in der Ersten Tschechoslowakischen Republik Teil der in den dreißiger Jahren errichteten Verteidigungslinie waren.

   

Stadtplatz von Klatovy (Klattau) mit Jesuitenkirche und Schwarzem Turm, rechts das Zentrum von Domažlice (Taus) mit Dominante, dem Rundturm

Der letzte Tag wurde mit dem Besuch der Städte Klatovy (Klattau) und Domažlice (Taus) abgeschlossen. Klattau mit seiner Dominante, dem Schwarzen Turm, verfügt über einzigartige Katakomben, die einst von den Jesuiten unterhalb der am Stadtplatz dominanten Maria-Himmelfahrts- und Ignatius-Kirche angelegt wurden. Von 1676-1783 (in diesem Jahr verbot Josef II. die Bestattung in Kirchen) fanden dort bekannte Geistliche und Persönlichkeiten der Stadt ihre letzte Ruhe, deren mumifizierte Überreste bis heute gut erhalten sind. Die Klattauer Barockapotheke bot mit ihrer "Hexenküche" und zahlreichen erhaltenen historischen Instrumenten zur Medikamentenherstellung ebenfalls viele interessante Einblicke. Die letzte Station, Domažlice (Taus), galt als Hochburg der Choden, der einstigen königlichen Grenzbauern, die auch in einigen Dörfern der Umgebung wie z. B. in Újezd (Aujezd) lebten. Für die Bewachung der Handelswege und die Kontrolle der Siedlungsströme erhielten sie von den böhmischen Herrschern zahlreiche Privilegien.

Gruppenbild der Teilnehmer vor dem Eingang

zum Kloster Kladruby (Kladrau)

Fotos:

© Kulturreferent für die böhmischen Länder

Adalbert Stifter Verein

Dr. Wolfgang Schwarz

Hochstraße 8

81669 München

Tel: 089 622 716 - 35

Fax: 089 4 89 11 48

mail: schwarz@asv-muen.de

 

Programm

Do, 26.10.2006

 

12:30   Abfahrt von Regensburg an der Uni-Haltestelle Sammelgebäude

14:00   Besuch des Bayerisch-Böhmischen Kulturzentrums in Schönsee

           Anschließend Weiterfahrt über Střibro (Mies) nach Pilsen

Fr., 27.10.2006

9:00    Stadtrundgang, anschließend Führung durch die Große und Alte  

           Synagoge

12:00   Mittagessen

14:30   Besuch des General Patton Memorials

16:00   Besuch der Brauerei Pilsener Urquell

19:00   Abendessen - anschließend Film

 

Sa, 28.10.

9.00     Fahrt nach Kladruby (Kladrau)– Führung durch das Kloster

11:00   Weiterfahrt nach (Weseritz) - Besuch des Glasmuseums

14:00   Wanderung bei Rabštejn nad Střelou (Rabenstein an der Schnella)

16:00   Rückfahrt über Schloss Manětín und Kloster Plasy (Plass)

19:00   Abendessen

 

So, 29.10.2006

9:00     Abfahrt von Pilsen über die Burg Švihov (Schwihau) nach Klatovy  

            (Klattau) - Stadtrundgang und Besuch der Katakomben

13.00   Besuch der historischen Apotheke Zum 

           Weißen Einhorn - anschließend Fahrt nach Domažlice (Taus) –

           Stadtrundgang und Besuch des Chodenmuseums

Rückfahrt nach Regensburg - Ankunft ca. 18:00

Die älteste erhaltene Steinbrücke Tschechiens

   führt über die Střela (Schnella) bei Rabštejn    

 
 
 
 
 
 

 

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