|
"Mit Freundschaften kann man Hass
und Vorurteilen begegnen". Schriftstellerin Annelies Schwarz
zu Gast in der Eslarner Hauptschule
"Wir brauchen gegenseitiges Kennenlernen und wir brauchen
Freundschaft für die Zukunft". Schriftstellerin Annelies Schwarz
hat an der Eslarner Hauptschule den Schülern als Zeitzeuge von
der Vertreibung der Sudetendeutschen erzählt. Ergänzend erläuterte
der Kulturreferent für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter
Verein, Dr. Wolfgang Schwarz, die deutsch/tschechische Geschichte.
Die beiden Referenten bezeichneten die Parnterschaft zwischen der
Eslarner Schule und der Zentralschule in Bela na Radbuzou als vorbildlich. "Durch
diese stetige Verbindung und den gemeinsamen deutsch-tschechischen
Unterricht können wir zum Aufbruch in ein neues Europa manche Vorurteile
abbauen und Freundschaften schließen."
Von ihren Klassenlehrern, Konrektor
Josef Rauch und Hans Ebnet, im Unterricht bestens vorbereitet,
lauschten die Schüler den Ausführungen der Schriftstellerin und
des Kulturreferenten. "Im Alter von sechs Jahren wurde ich
aus einem Dorf in Nordböhmen aus meiner Heimat vertrieben." Schwarz
fesselte mit lockeren Erzählungen, untermalt mit ergreifenden Bildern,
die Schüler.
Mit pantomimischen Szenen
stellten die Jugendlichen dann die Schlagwörter "Angst", "Vertreibung" und "Freundschaft" dar.
Bekannt wurde die Autorin
mit ihrem 1981 erschienenen ersten Buch "Wir werden uns wiederfinden".
In dem Buch schildert Schwarz ohne zu dramatisieren die Ereignisse,
die sie als sechsjähriges sudetendeutsches Kind erlebte. Die Schriftstellerin
berichtet in diesem Buch aus der Sicht der kleinen Liese von ihren
Erlebnissen, die sie 1944/1945 in dem kleinen Dorf Oberprausnitz,
dem heutigen Horní Brusnice in Nordböhmen hatte. Die Erzählungen
handeln vom gemeinsamen Spielen mit tschechischen Kindern, von
der Bestürzung über die ersten Flüchtlingszüge aus Schlesien, dem
Einmarsch der Russen, der Vertreibung aus dem Haus und dem Dorf.
Der lange Weg nach Deutschland führte Annelies Schwarz durch das
weitgehend zerstörte Dresden nach Gößnitz in Sachsen. Dieses Buch
wurde zu Recht zweimal zur Grundlage eines Schülerwettbewerbs gemacht.
Besonders beeindruckend ist die Darstellung der Tschechen, die
in dieser schweren Zeit ihren deutschen Nachbarn beigestanden haben.
Durch ihre menschliche Darstellung (...) ist die Autorin, die diese
Zeit unverfälscht darzustellen versucht, gerade für Jugendliche
eine wichtige Identifikationsfigur (...).
aus: Oberpfälzer Nachrichten,
31.10.2002
|