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24.10.2002
Zeitzeugengespräch an der Hauptschule Eslarn mit Annelies Schwarz

"Mit Freundschaften kann man Hass und Vorurteilen begegnen". Schriftstellerin Annelies Schwarz zu Gast in der Eslarner Hauptschule

"Wir brauchen gegenseitiges Kennenlernen und wir brauchen Freundschaft für die Zukunft". Schriftstellerin Annelies Schwarz hat an der Eslarner Hauptschule den Schülern als Zeitzeuge von der Vertreibung der Sudetendeutschen erzählt. Ergänzend erläuterte der Kulturreferent für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein, Dr. Wolfgang Schwarz, die deutsch/tschechische Geschichte. Die beiden Referenten bezeichneten die Parnterschaft zwischen der Eslarner Schule und der Zentralschule in Bela na Radbuzou als vorbildlich. "Durch diese stetige Verbindung und den gemeinsamen deutsch-tschechischen Unterricht können wir zum Aufbruch in ein neues Europa manche Vorurteile abbauen und Freundschaften schließen."

Von ihren Klassenlehrern, Konrektor Josef Rauch und Hans Ebnet, im Unterricht bestens vorbereitet, lauschten die Schüler den Ausführungen der Schriftstellerin und des Kulturreferenten. "Im Alter von sechs Jahren wurde ich aus einem Dorf in Nordböhmen aus meiner Heimat vertrieben." Schwarz fesselte mit lockeren Erzählungen, untermalt mit ergreifenden Bildern, die Schüler.

Mit pantomimischen Szenen stellten die Jugendlichen dann die Schlagwörter "Angst", "Vertreibung" und "Freundschaft" dar.

Bekannt wurde die Autorin mit ihrem 1981 erschienenen ersten Buch "Wir werden uns wiederfinden". In dem Buch schildert Schwarz ohne zu dramatisieren die Ereignisse, die sie als sechsjähriges sudetendeutsches Kind erlebte. Die Schriftstellerin berichtet in diesem Buch aus der Sicht der kleinen Liese von ihren Erlebnissen, die sie 1944/1945 in dem kleinen Dorf Oberprausnitz, dem heutigen Horní Brusnice in Nordböhmen hatte. Die Erzählungen handeln vom gemeinsamen Spielen mit tschechischen Kindern, von der Bestürzung über die ersten Flüchtlingszüge aus Schlesien, dem Einmarsch der Russen, der Vertreibung aus dem Haus und dem Dorf. Der lange Weg nach Deutschland führte Annelies Schwarz durch das weitgehend zerstörte Dresden nach Gößnitz in Sachsen. Dieses Buch wurde zu Recht zweimal zur Grundlage eines Schülerwettbewerbs gemacht. Besonders beeindruckend ist die Darstellung der Tschechen, die in dieser schweren Zeit ihren deutschen Nachbarn beigestanden haben. Durch ihre menschliche Darstellung (...) ist die Autorin, die diese Zeit unverfälscht darzustellen versucht, gerade für Jugendliche eine wichtige Identifikationsfigur (...).

aus: Oberpfälzer Nachrichten, 31.10.2002


 

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