| Theodor
Veidl, geb. am 28. Februar 1885 in Wissotschan/Vysočany bei Saaz/Žatec,
war als bedeutender sudetendeutscher Komponist lange Zeit einer breiteren
Öffentlichkeit unbekannt. In einer erst im Jahr 2000 per Zufall in
einem Antiquariat entdeckten Darstellung „Die deutsche Oper der Gegenwart“
aus dem Jahr 1944 blickte Veidl auf sein eigenes Leben zurück:
„In Wissotschan bin ich aufgewachsen und
erhielt auch den ersten dürftigen Klavierunterricht. Trotzdem spielte
ich schon mit zehn Jahren die Orgel in der Kirche. Es dauerte aber
sechs Jahre, bis ich während meiner Gymnasialzeit in Komotau geregelten
Musikunterricht erhielt. Ersten musikalischen Studien widmete ich
mich erst später in Prag, wo ich an der Universität Musikwissenschaft
studiert und zum Doktor der Philosophie promoviert wurde. Eigentlich
wollte ich Theaterkapellmeister werden und war auch als solcher
an österreichischen Bühnen tätig, gab aber diese Absicht bald wieder
auf und lebte einige Jahre zurückgezogen in Teplitz, wo ich meine
dramatischen Erstlingswerke schuf und auf die Bühne brachte (…)
Im Herbst 1918 übersiedelte
ich nach Prag, wo ich seither ansässig bin, um die Leitung eines
Chores zu übernehmen. Gegenwärtig bin ich als Professor am Hochschulinstitut
für Musik und als Lektor für Musiktheorie an der Universität tätig.
Die Oper „Kranwit“ trug mir den tschechoslowakischen Staatspreis
(1929) ein. Ausser Opern und kleineren Orchesterwerken schrieb ich
noch ein Melodram, ein Bläserquintett, ein Cellokonzert, Kompositionen
für Klavier und Orgel, Lieder und Chöre.“
(Zitat aus: „Die Deutsche
Oper der Gegenwart.“ Hrsg. von Carl Niessen mit Unterstützung der
Stadt Duisburg. Gustav Bosse Verlag Regensburg, 1944)

Vor allen Dingen auf Grund
seiner Mitgliedschaft in einer Freimaurer-Loge musste Veidl seine
Lehrtätigkeit an der Prager Universität auf Anordnung der Protektoratsverwaltung
1944 einstellen. Bei Kriegsende wurde er als Deutscher verhaftet
und im Konzentrationslager Theresienstadt interniert, wo er 1946
unter bis heute nicht völlig geklärten Umständen ums Leben kam.
Heute bemühen sich vor
allem die 1996 in Hamburg gegründete Theodor Veidl-Gesellschaft
und das Sudetendeutsche Musikinstitut Regensburg um die Erhaltung
und Vermittlung seines Andenkens. Das Prager Filmstudio Pegasfilm
hat zu Leben und Werk Veidls einen Dokumentarfilm erstellt.
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