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Di, 19. November 2002

Theodor Veidl (1885 – 1946) - Dokumentarfilm mit Musikbeispiel

Theodor Veidl, geb. am 28. Februar 1885 in Wissotschan/Vysočany bei Saaz/Žatec, war als bedeutender sudetendeutscher Komponist lange Zeit einer breiteren Öffentlichkeit unbekannt. In einer erst im Jahr 2000 per Zufall in einem Antiquariat entdeckten Darstellung „Die deutsche Oper der Gegenwart“ aus dem Jahr 1944 blickte Veidl auf sein eigenes Leben zurück:

„In Wissotschan bin ich aufgewachsen und erhielt auch den ersten dürftigen Klavierunterricht. Trotzdem spielte ich schon mit zehn Jahren die Orgel in der Kirche. Es dauerte aber sechs Jahre, bis ich während meiner Gymnasialzeit in Komotau geregelten Musikunterricht erhielt. Ersten musikalischen Studien widmete ich mich erst später in Prag, wo ich an der Universität Musikwissenschaft studiert und zum Doktor der Philosophie promoviert wurde. Eigentlich wollte ich Theaterkapellmeister werden und war auch als solcher an österreichischen Bühnen tätig, gab aber diese Absicht bald wieder auf und lebte einige Jahre zurückgezogen in Teplitz, wo ich meine dramatischen Erstlingswerke schuf und auf die Bühne brachte (…)

Im Herbst 1918 übersiedelte ich nach Prag, wo ich seither ansässig bin, um die Leitung eines Chores zu übernehmen. Gegenwärtig bin ich als Professor am Hochschulinstitut für Musik und als Lektor für Musiktheorie an der Universität tätig. Die Oper „Kranwit“ trug mir den tschechoslowakischen Staatspreis (1929) ein. Ausser Opern und kleineren Orchesterwerken schrieb ich noch ein Melodram, ein Bläserquintett, ein Cellokonzert, Kompositionen für Klavier und Orgel, Lieder und Chöre.“

(Zitat aus: „Die Deutsche Oper der Gegenwart.“ Hrsg. von Carl Niessen mit Unterstützung der Stadt Duisburg. Gustav Bosse Verlag Regensburg, 1944)


Vor allen Dingen auf Grund seiner Mitgliedschaft in einer Freimaurer-Loge musste Veidl seine Lehrtätigkeit an der Prager Universität auf Anordnung der Protektoratsverwaltung 1944 einstellen. Bei Kriegsende wurde er als Deutscher verhaftet und im Konzentrationslager Theresienstadt interniert, wo er 1946 unter bis heute nicht völlig geklärten Umständen ums Leben kam.

Heute bemühen sich vor allem die 1996 in Hamburg gegründete Theodor Veidl-Gesellschaft und das Sudetendeutsche Musikinstitut Regensburg um die Erhaltung und Vermittlung seines Andenkens. Das Prager Filmstudio Pegasfilm hat zu Leben und Werk Veidls einen Dokumentarfilm erstellt.

 

 


 

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