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Veranstaltungen

 

5.-6.Mai 2003
Zeitzeugen-Gespräch am LL-Gymnasium Grafenau mit Horst Stölzig

Am 5. und am 6.Mai 2003 wurde am Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasium in Grafenau Zeitzeugen-Gespräche zu den Themen Flucht und Vertreibung, Integration von Flüchtlingen nach dem zweiten Weltkrieg sowie zu den deutsch-tschechischen Beziehungen allgemein abgehalten. Zur Verfügung gestellt hatte sich Horst Stölzig aus Dortmund, der als Kind die Vertreibung der Deutschen aus Prag miterlebt und anschließend auf der Suche nach seiner Familie eine wahre Odysee im zerbombten Deutschland durchmachte. An den beiden Veranstaltungen nahmen jeweils ca. 50 Schüler teil (drei 10. Klassen und der Kollegstufenkurs Geschichte Jahrgang 12).

Zeitzeuge Horst Stölzig

Der zuständige Geschichts-Lehrer Herr Stolle hatte sich freundlicherweise bereit erklärt, jeweils zwei Doppelstunden zu diesem Zweck zur Verfügung zu stellen. Nach einer kurzen Einführung über das jahrhundertelange Zusammenleben von Deutschen und Tschechen in den böhmischen Ländern, Brennpunkte der gemeinsamen Geschichte, gemeinsame kulturelle und sprachliche Wurzeln sowie über die „deutsch-tschechische Konfliktgemeinschaft“ des 20. Jahrhunderts berichtete Herr Stölzig, der 1933 in Aussig/Ústí nad Labem geboren wurde und im Alter von sieben Jahren mit seiner Familie nach Prag übersiedelte, über seine Erfahrungen in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Schwerpunkt seiner Darlegung waren seine Kindheit in Prag, seine Erlebnisse im Mai 1945 während des Prager Aufstands, der Wirren im Nachkriegs-Deutschland, das Leben in Flüchtlingslagern usw. Erst nach fast zwei Jahren mit Stationen in Pirna, Göttingen und Heidelberg konnte er seine Mutter in Kempten wieder in die Arme schließen. Seine Erfahrungen hat er auch in dem Büchlein "Mehr, als zwei Jahre eines Lebens" niedergeschrieben, das nun auch in tschechischer Sprache erschienen ist.

 

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