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Vorstellung
der beiden Sprachinseln in Vergangenheit und Gegenwart
Beginn:
19 Uhr
Kultuforum
Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München
S-Bahn
Rosenheimer Platz
Als Sprachinseln werden punktuell
oder flächenhaft auftretende, meist relativ kleine geschlossene
Sprach- und Siedlungsgemeinschaften in einem anderssprachigen größeren
Gebiet definiert. Auf dem Gebiet der Tschechischen Republik gab
es bis 1945 mehrere deutsche Sprachinseln, darunter die Iglauer,
Brünner, Budweiser oder Wischauer Sprachinsel. Ihre Ausprägung bzw.
ihre wechselseitigen kulturellen Beziehungen mit dem sie umgebenden
Gebiet waren dabei ganz unterschiedlicher Art und Intensität.
Harald (Harry) Höfer,
geb. 14. 05. 1956 in München, wurde nach seinem Lehramtsstudium
1984 Gymnasiallehrer in München. Er engagiert sich in der ehrenamtlichen
musischen und volkskundlichen Jugend- und Kulturarbeit, insbesondere
für den Iglauer Sing- und Musikantenkreis. Außerdem ist er Schriftleiter
des Mährischen Grenzboten , des Nachrichtenblattes der
Gemeinschaft Iglauer Sprachinsel e. V. Seine Buchveröffentlichungen
u. a.: Iglauer Lieder (1985), Brauchtum in der Küche
(2002).
Die Stadt Iglau (Jihlava)
liegt auf halbem Wege zwischen Brünn und Prag und war bis 1945 Mittelpunkt
einer altbairischen Sprachinsel, die früher außer Iglau selbst 75
umliegende Ortschaften umfasste. Ein Streifzug durch die Geschichte
erzählt von den Ursprüngen der Bevölkerung und über bedeutende historische
Begebenheiten vom Mittelalter bis in die jüngere Zeit. An Kultur
und charakteristischen Eigenheiten hat das Igelland, aus dem auch
verschiedene bedeutende Persönlichkeiten stammen, einiges zu bieten.
Das historische Erbe der
Iglauer Sprachinsel wirkt bis heute fort. Beispiele für die aktuelle
Entwicklung, insbesondere nach 1989, sind u. a. die 1992 gegründete
Organisation des Iglauer Regionalkulturverbands, der grenzübergreifende
Gustav-Mahler-Haus-Verein, die Wiederbelebung des historischen Iglauer
Berghäuerzuges sowie die lebendige Beziehung mit der Paten- und
Partnerstadt Iglaus, Heidenheim.
Martin Hanáček
, geb. 3.2. 1979 in Wischau (Vyškov), ist Sohn eines deutschen
Vaters und einer tschechischen Mutter. Sein Studium der Germanistik
und Geschichte an der Universität in Brünn (Brno) schloss er im
Jahre 2005 mit einer Diplomarbeit über die Wischauer Sprachinsel
Von der Besiedlung bis zur Vertreibung , deren Ergebnisse
er u. a. vorstellen wird. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Adalbert
Stifter Verein und der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen erstellt.
Nach einem Jahr als Lehrer an einer Mittelschule in Kremsier (Kroměříž)
arbeitet Martin Hanáček heute als Polizeioffizier in Brünn.
Die Familie Hanatschek
(nach dem Krieg Hanáček) musste nach dem Krieg in der Tschechoslowakei
bzw. der Wischauer Sprachinsel bleiben, da Fachkräfte in der Landwirtschaft
weiterhin benötigt wurden. Martin Hanáček gibt einen Überblick über
die Kultur und Geschichte der Wischauer Sprachinsel mit ihren acht
(etwas verstreut) anliegenden Dörfern sowie über die Bemühungen
in Deutschland und vor Ort, alte Wischauer Traditionen und Bräuche
für die Nachwelt zu erhalten.
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