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Veranstaltungen

 

17. Oktober 2006

Gemeinsames kulturelles Erbe bewahren -

Iglauer und Wischauer Sprachinsel

Vorstellung der beiden Sprachinseln in Vergangenheit und Gegenwart

Beginn: 19 Uhr

Kultuforum Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München

S-Bahn Rosenheimer Platz

 

Als Sprachinseln werden punktuell oder flächenhaft auftretende, meist relativ kleine geschlossene Sprach- und Siedlungsgemeinschaften in einem anderssprachigen größeren Gebiet definiert. Auf dem Gebiet der Tschechischen Republik gab es bis 1945 mehrere deutsche Sprachinseln, darunter die Iglauer, Brünner, Budweiser oder Wischauer Sprachinsel. Ihre Ausprägung bzw. ihre wechselseitigen kulturellen Beziehungen mit dem sie umgebenden Gebiet waren dabei ganz unterschiedlicher Art und Intensität.

Harald (Harry) Höfer, geb. 14. 05. 1956 in München, wurde nach seinem Lehramtsstudium 1984 Gymnasiallehrer in München. Er engagiert sich in der ehrenamtlichen musischen und volkskundlichen Jugend- und Kulturarbeit, insbesondere für den Iglauer Sing- und Musikantenkreis. Außerdem ist er Schriftleiter des Mährischen Grenzboten , des Nachrichtenblattes der Gemeinschaft Iglauer Sprachinsel e. V. Seine Buchveröffentlichungen u. a.: Iglauer Lieder (1985), Brauchtum in der Küche (2002).

Die Stadt Iglau (Jihlava) liegt auf halbem Wege zwischen Brünn und Prag und war bis 1945 Mittelpunkt einer altbairischen Sprachinsel, die früher außer Iglau selbst 75 umliegende Ortschaften umfasste. Ein Streifzug durch die Geschichte erzählt von den Ursprüngen der Bevölkerung und über bedeutende historische Begebenheiten vom Mittelalter bis in die jüngere Zeit. An Kultur und charakteristischen Eigenheiten hat das Igelland, aus dem auch verschiedene bedeutende Persönlichkeiten stammen, einiges zu bieten.

Das historische Erbe der Iglauer Sprachinsel wirkt bis heute fort. Beispiele für die aktuelle Entwicklung, insbesondere nach 1989, sind u. a. die 1992 gegründete Organisation des Iglauer Regionalkulturverbands, der grenzübergreifende Gustav-Mahler-Haus-Verein, die Wiederbelebung des historischen Iglauer Berghäuerzuges sowie die lebendige Beziehung mit der Paten- und Partnerstadt Iglaus, Heidenheim.

Martin Hanáček , geb. 3.2. 1979 in Wischau (Vyškov), ist Sohn eines deutschen Vaters und einer tschechischen Mutter. Sein Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität in Brünn (Brno) schloss er im Jahre 2005 mit einer Diplomarbeit über die Wischauer Sprachinsel Von der Besiedlung bis zur Vertreibung , deren Ergebnisse er u. a. vorstellen wird. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Adalbert Stifter Verein und der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen erstellt. Nach einem Jahr als Lehrer an einer Mittelschule in Kremsier (Kroměříž) arbeitet Martin Hanáček heute als Polizeioffizier in Brünn.

Die Familie Hanatschek (nach dem Krieg Hanáček) musste nach dem Krieg in der Tschechoslowakei bzw. der Wischauer Sprachinsel bleiben, da Fachkräfte in der Landwirtschaft weiterhin benötigt wurden. Martin Hanáček gibt einen Überblick über die Kultur und Geschichte der Wischauer Sprachinsel mit ihren acht (etwas verstreut) anliegenden Dörfern sowie über die Bemühungen in Deutschland und vor Ort, alte Wischauer Traditionen und Bräuche für die Nachwelt zu erhalten.

 

 


 

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