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Veranstaltungen

 

2.-8.7.2003
Studienreise ins Riesengebirge
Unter der Leitung des Kulturreferenten am Schlesischen Museum zu Görlitz und des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein fand vom 2.-8.7. eine grenzüberschreitende Studienreise durch das böhmische und schlesische Riesengebirge statt. Mit 16 Teilnehmern ging es von Görlitz aus zunächst in das schlesische Riesengebirgsvorland, u. a. nach Erdmannsdorf (Mysłakowice) und zum Schloß Lomnitz (Łomnica), das derzeit in mühevoller Kleinarbeit von den ehemaligen Besitzern, der Familie Küster, restauriert und zu einem deutsch-polnischen Kultur- und Begegnungszentrum ausgebaut wird.
Stadtplatz von Trautenau
Weitere Stationen der Reise waren die historischen Innenstädte von Hirschberg (Jelenia Góra), Landeshut (Kamienna Góra), Krummhübel (Karpacz) und die Marienwallfahrtsstätte Kloster Grüssau (Krzeszów).
Nach dem Grenzübertritt führte die Reise zunächst durch das Braunauer Ländchen. Nach einer Führung durch das Benediktinerkloster Braunau, dessen Bau 1735 von Kilian Ignaz Dientzenhofer fertig gestellt wurde, und die älteste noch existierende Holzkirche Böhmens „Zu unserer lieben Frau“ auf dem Braunauer Friedhof fand in der zu einem Kulturzentrum ausgebauten ehemaligen Stadtbrauerei Braunau ein Gespräch mit einem der Initiatoren des bekannten Wekelsdorfer Versöhnungskreuzes, Jan Pinos, statt.
Kirche Wang in Krummhübel
Das Kreuz erinnert an die Erschießung von 23 Sudetendeutschen durch Rotgardisten kurz nach Kriegsende. Pinos ist Vorsitzender des Vereins „Tuž se Broumovsko!“ (Stärke dich, Braunauer Ländchen) und hat im Juni 2003 für sein Engagement gemeinsam mit der ehemaligen Bürgermeisterin von Wekelsdorf/Teplice nad Metují, Vera Vítová und dem Vorsitzenden des Vereins INEX, Petr Kulíšek, den nach Franz Werfel benannten Menschenrechtspreis der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ in der Frankfurter Paulskirche verliehen bekommen.
Im Riesengebirgsmuseum Hohenelbe/Vrchlabí informierte sich die Reisegruppe über die Anfänge des Wintersports und des Tourismus im Riesengebirge und die mannigfaltige Rezeption der Sagengestalt Rübezahl. Historische, typisch böhmische Marktplätze und Stadtbilder konnten anschließend in Starkenbach/Jilemnice und Arnau/Hostinné (mit Laubengängen) besichtigt werden. Genau zwischen diesen beiden Städten verlief vor der Vertreibung die deutsch-tschechische Sprachgrenze.
Gruppenbild der Teilnehmer

Während einer Wanderung von der Goldhöhe zur 1684 eingefassten und eingeweihten Elbquelle konnten sich die Teilnehmer auch von der Schönheit des Elbtals und den Besonderheiten der umliegenden Gebirgslandschaft überzeugen. Im Informationszentrum des Nationalparks in Spindlermühle/Špindleruv mlýn wurde die einzigartige, aber durch den Massentourismus auch akut bedrohte Flora und Fauna des Riesengebirges an Hand einer Videovorführung vorgestellt.

Ein intensiver Holzschlag (Entstehung der typischen Gebirgsbauden) unter anderem für die Erz-Verhüttung in Kuttenberg und die im 14.-15.Jhd. beginnende Bergbautätigkeit (Kupfer, Eisenerze) verliehen dem Riesengebirge ganz wesentlich seine heutige Prägung. Die zahlreichen Bauden widmen sich im Zeitalter des Tourismus selbstverständlich nicht mehr der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte – so genoss seinerzeit z. B. die Gebirgsbutter der unterhalb der Schneekoppe gelegenen Wiesenbaude/Lucní bouda überregional einen hervorragenden Ruf – sondern sind zu einem großen Teil zu modernen Unterkunfts- und Gastronomiezentren im Riesengebirge geworden.


 

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