|
„Ich kenne keinen bedeutenden
Roman, in dem die Trecks ein Thema sind, nur Dokumente und Berichte,
oder die Schrecken der Befreiung“. Gilt diese von dem bekannten
ostdeutschen Dramatiker Heiner Müller in seinem Werk „Krieg ohne
Schlacht. Leben in zwei Diktaturen. Köln 1992“ getroffene Feststellung
nach wie vor? Handelt es sich bei Literatur zum Thema „Vertreibung
der Sudetendeutschen“ nur um Klagelieder oder Heimweh-Romane, Tatsachen-
und Erlebnisberichte oder vermag sie mehr als nur die „Bilder der
alten Heimat zum Glühen zu bringen“ (Peter Härtling)? Worin besteht
der Beitrag von Literatur zu einer sinnvollen Beschäftigung mit
der Vergangenheit überhaupt?
Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt
des Vortrages „Die Vertrei-bung der Sudetendeutschen im Spiegel
der Literatur“ von Dr. Christine Michelfeit aus Innsbruck. Außerdem
stellt sie konkrete Beispiele und Autoren der Vertriebenenliteratur
vor und beschäftigt sich mit ihrer Einordnung in die Literaturgeschichte.

Dr.
Christine Michelfeit
Christine Michelfeit wurde
1926 in Wien geboren und wuchs, bedingt durch den frühen Tod ihrer
Eltern, bei Verwandten in Mährisch-Schönberg/Šumperk auf. 1945
kehrte sie nach Österreich zurück, studierte in Wien Rechtswissenschaften
und promovierte 1950 zum Dr.iur. Kurz nach ihrer Pensionierung
1987 begann sie ein Magister-Studium der Germanistik und der Geschichte,
das sie 1991 erfolgreich abschloss. Ihr Vortrag basiert auf ihrer
gleichnamigen wissenschaftlichen Dissertation, die sie 1994 an
der Universität Innsbruck zur Erlangung des Doktorgrads der Philosophie
vorlegte.
|