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Veranstaltungen

 

Di, 18. Mai 2004

Gemeinsames Kulturerbe im Grenzland bewahren

Tschechische Initiativen aus dem Altvaterland und dem Braunauer Ländchen stellen ihre Aktivitäten vor

 

Tuž se Broumovsko! aus Braunau

Mit der Gründung der Initiative Tuž se Broumovsko! (Stärke dich, Braunauer Ländchen) 1999 sowie des Kulturzentrums Centrum Broumov in Braunau im Jahr 2001 hat die deutsch-tschechisch-polnische Zusammenarbeit im Braunauer Ländchen einen neuen Schub erhalten. Kulturhistorische Dokumentationen und Kunst-Ausstellungen sind nur ein kleiner Teil der Aktivitäten, deren Zentrum die ehemalige städtische Brauerei in Braunau gleich neben dem bekannten Kloster ist.

Im Braunauer Ländchen hat die Zerstörung weiter Teile der markanten Volksarchitektur, von Kirchenbauten, Naturschutzgebieten und der Niedergang der ansässigen Textilindustrie deutlich sichtbare Spuren hinterlassen. In Kooperation mit den einstigen Bewohnern bemüht sich die Initiative um die Erhaltung und Vermittlung des kulturhistorischen Erbes der Region. An der Durchführung eines der größten Kulturprojekte im

Braunauer Ländchen überhaupt, der Woche für die Braunauer Kirchen (Týden pro broumovské kostely), war Tuž se Broumovsko! maßgeblich beteiligt. Sichtbares Zeichen der Bemühungen um eine Verständigung mit den Braunauer Deutschen ist auch die Errichtung des bekannten Versöhnungskreuzes von Wekelsdorf (Teplice nad Metují), an der die Initiative entscheidenden Anteil hatte.

 

 

Versöhnungskreuz                              von Wekelsdorf

Země děda Praděda aus Klein-Mohrau

Seit 2001 existiert die Initiative Země děda Praděda (Altvaterland), die u. a. in den Städten Freudenthal (Bruntál), Mährisch-Schönberg (Šumperk) und Freiwaldau-Gräfenberg (Jeseník) aktiv ist. In Zusammenarbeit mit den ehemals dort lebenden Deutschen wird versucht, alte Traditionen z. B. auf dem Gebiet des Handwerks, der Landwirtschaft oder auch der althergebrachten Kochkunst wieder zu beleben. Die Neubesiedelung weiter Teile Nordmährens nach der Vertreibung im Jahr 1945 mit vielen verschiedenen Nationalitätengruppen hatte eine bis heute anhaltende Zersplitterung der Bevölkerung in mehrere Gruppen zur Folge, die nur langsam ihr gemeinsames Interesse an der Geschichte und Kultur der Region entdecken.

Wichtigstes Aushängeschild der Initiative ist die vierteljährlich in tschechischer Sprache erscheinende Zeitschrift Praděd (Altvater), die u. a. die historische Entwicklung einzelner Gemeinden der Region wie z. B. Karlsbrunns (Karlova Studánka) vorstellt und Informationen zur Volksarchitektur, zur einzigartigen Flora und Fauna und zu Kulturdenkmälern im Altvaterland informiert. Ihre Abonnentenzahl wächst beständig.

Zeitschrift Praděd

 

Eine denkmalgeschützte Scheune (Schindlerova stodola) in Klein-Mohrau (Malá Morávka), die mit Unterstützung der Gemeinde restauriert werden konnte, dient als Ort für zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen.

Beide Initiativen werden ihre Aktivitäten in zwei Kurzreferaten, die konsekutiv ins Deutsche übersetzt werden, vorstellen. Eine kleine Fotoausstellung wird Besonderheiten der Region bzw. das bisherige Engagement der Organisationen dokumentieren. Es folgt eine Diskussion über Probleme und Chancen der Erhaltung des gemeinsamen Kulturerbes im Grenzland.

Referenten:

 

Petr Bergmann vom Centrum Broumov ist gebürtiger Prager und lebt seit vier Jahren in Sechshäuser (Šestidomi) bei Halbstadt (Meziměstí). Er ist Gründer verschiedener kultureller und ökologischer Bürger- und Jugendinitiativen und organisierte zahlreiche Veranstaltungen in der Region (Ausstellungen, Festivals usw.). An der Diskussion nimmt auch Petr Mikšíček von Antikomplex Prag teil, der sich u. a. als Initiator und Photograph der Ausstellung „Verschwundenes Sudetenland“ (Zmizelé sudety) einen Namen gemacht hat.

Ljuba Kielerová von Země děda Praděda wurde 1957 in Jägerndorf (Krnov) als eine Nachgeborene Ferdinand von Papens geboren. Sie lebt mit ihrer Familie seit 15 Jahren in Klein-Mohrau (Malá Morávka) und engagiert sich insbesondere auch für eine professionelle touristische Vermarktung der Region Altvater mit Schwerpunkt Agro- und Öko-Touristik.

Di, 18. Mai 2004, 18 Uhr, Foyer, Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München


 

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