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Veranstaltungen

 

20.-23.11.2003
Studienreise ins Egerland 2003

Knapp 30 (vorwiegend) Bohemistik-Studenten aus Regensburg und Passau, einige tschechische Studenten sowie weitere Interessierte beteiligten sich vom 20.-23.11. an einer Studienreise durchs Egerland, um in den kommenden drei Tagen die dortige historische Kulturlandschaft mit ihren zahlreichen Denkmälern und Sehenswürdigkeiten näher kennen zu lernen. Die Studienreise war ein Kooperationsprojekt des Kulturreferenten im Adalbert Stifter Verein mit der Stiftung Europäisches Comenium Eger und ihrem Leiter, Herrn Dr. Frank Boldt und bereits die zweite ihrer Art. 

Nach einer abendlichen Diskussion mit dem Stadtrat von Asch, Ondřej Petrlík, über den Umgang der heutigen Grenzlandbewohner mit dem kulturell-historischen Erbe der Region ging es am nächsten Tag zum Schloss Königswart/Kynžwart, das sich mehr als 300 Jahre (1623-1945) in den Händen der Familie des bekannten österreichischen Außenministers und Staatskanzlers, Clemens Fürst Metternich befand. Nachmittags stand ein Rundgang durch das älteste der drei Kurbäder, Karlsbad, auf dem Programm.

    

    Schloss Königswart/Kynžvart                    Karlsbad/Karlovy Vary

Einen äußerst unterhaltsamen und informativen Abendvortrag hielt im Comenium der stellvertretende Direktor des Karlsbader Museums, Dr. Stanislav Burachovič. Er präsentierte Diabilder von Joachimsthal, Karlsbad, Marienbad, Franzensbad, Maria Sorg, Gottesgab usw. und ergänzte sie mit witzigen Anekdoten wie z. B. der angeblichen Erfindung der Herrenhosen-Bügelfalte in Karlsbad.

Gruppenbild der Teilnehmer an der Studienreise

vor dem Kloster Waldsassen

Am folgenden Tag fuhr die Gruppe zu der wunderschön und in ihrer ursprünglichen Form wiederhergestellten Kirche Maria Loreto bei Altkinsberg/Starý Hrozňatov. Die Restaurierung ist im wesentlichen ein Verdienst von Anton Hart, der 1945 das benachbarte Neukinsberg/Nový Hrozňatov verlassen musste. Die Ruine seiner Ziegelei, die seine Familie dort ehemals besaß, ist noch heute zu sehen. Einen der letzten in der Region noch vollständig erhaltenen typischen Egerländer Vierkanthof mit seinem kennzeichnenden Fachwerkbau konnte im Freilichtmuseum Taubrath/Doubrava besichtigt werden. Anschließend wurde auch einem der bekanntesten Marien-Wallfahrtsorte Böhmens, Maria Kulm/Chlum svaté Máří, ein Besuch abgestattet. Nachmittags führte Herr Dr. Boldt die Reisegruppe durch das 1793 gegründete Franzensbad und erläuterte u. a. die Hintergründe der Denkmäler der Habsburger Kaiser Josef II. und Franz I, dem Gründer des Kurbads. Mit einem Konzert des "Chebské kvarteto" im Comenium mit Werken von Smetana, Dvořák, Bach und Beethoven fand das Samstagsprogramm seinen Abschluss.

 

Am letzen Tag der Reise wurde nach einer Führung durch die Burg Elbogen/Loket auch das Begegnungszentrum der deutschen Minderheit in Schlaggenwald/Horní Slavkov besucht. Elvíra Doležalová, Leiterin des Zentrums, gab einen Überblick über die Tätigkeit des Zentrums, das häufig als Treffpunkt der noch ca. 300 im Ort verbliebenen Deutschen fungiert. Walter Piverka, ehemaliger Präsident der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien, informierte über die schwierige Nachkriegsgeschichte der deutschen Minderheit. In Schlaggenwald befindet sich übrigens auch die älteste Porzellanmanufaktur Böhmens, Haas & Čížek. Nach Mittagessen und Grenzübertritt und einer Führung durch die herrliche Waldsassener Klosterbibliothek mit ihren überlebensgroßen Holzstatuen kehrte die Gruppe nach Regensburg zurück.

                         

Elvíra Doležalová, Leiterin                           Russisch-orthodoxe

des BGZ in Schlaggenwald/                        Kirche in Franzensbad/

Horní Slavkov                                           Františkovy Lázně


 

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