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Veranstaltungen

 

7. März 2006
Bayerns heimlicher Außenminister

Abendveranstaltung mit Dr. Max Fischer, Staatssekretär a. D.

und Michaela Fischer, Übersetzerin

Zähmt diesen wildgewordenen Landrat !“. So telegrafierte das Auswärtige Amt 1964 ins Bayerische Innenministerium nach München zu einer Zeit, als die Hallstein-Doktrin es deutschen Politikern noch verbot, Kontakte zum Ostblock aufzunehmen. Dr. Max Fischer, Chamer Landrat, führte seine Gespräche mit der tschechoslowakischen Seite dennoch weiter. Begonnen hatte alles im Jahr 1960 mit einer Kuh, die sich bei Furth im Wald auf ČSSR-Territorium verirrt hatte und schließlich nach Verhandlungen mit dem tsche-chischen Zoll wieder zurückgeholt werden konnte. Der „heimliche Bayerische Außenminister”, wie ihn der ehemalige Bayerische Ministerpräsident Alfons Goppel einmal nannte, schleuste deutsche Bischöfe durch den Eisernen Vorhang und flog Not gelandete deutsche Flugzeuge eigenhändig aus der ČSSR zurück. Konrad Adenauer meinte zu seinen Ostkontakten: “Schreiben Sie mir eine Ansichtskarte aus Sibirien!”.

Dr. Max Fischer wurde 1928 in Altenmarkt bei Cham als Sohn eines Bauern geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er in Regensburg und München Jura und schloss sein Studium 1953 ab. Anschließend war er für die Regensburger Filiale einer Versicherung tätig, bevor er 1959 für die CSU zum Landrat von Cham gewählt wurde. Von 1962-1990 war er Abgeordneter des Bayerischen Landtags, von 1977 bis 1986 als Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen tätig.

Max und Michaela Fischer in der Alfred Kubin Galerie

bei der Abendveranstaltung "Bayerns heimlicher Außenminister"

 

Als amtierender Chamer Landrat begann er – gegen den Widerstand der Bonner und Münchner Regierungen - seine Kontakte mit tschechoslowakischen Politikern, die zunächst vor allen Dingen praktischen Fragen wie der Regelung des Grenzverlaufs, der Öffnung eines Grenzüberganges bei Furth etc. dienten. Schließlich setzte er sich in Prag auch für die Bewilligung von Ausreiseanträgen, die Zusammenführung von durch den Eisernen Vorhang getrennten sudetendeutschen Familien und die Freilassung von politischen Gefangenen ein. Über all diese Aktivitäten wird er in seinem Referat informieren.

Seine Tochter Michaela Fischer wurde 1966 in Cham geboren und absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin. Später arbeitete sie in Brüssel und Amsterdam als Übersetzerin und leitet heute in München ein Über-setzungsbüro. Außerdem engagiert sie sich in dem von ihr mitbegründeten Europa Club München. Sie hat die Erinnerungen ihres Vaters in dem Buch Bayerns heimlicher Außenminister (MZ-Verlag Regensburg 2001) zusammengefasst und wird einige Passagen daraus vorlesen.

 

München, Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, 19 Uhr


 

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