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Veranstaltungen

 

Do, 16. Dezember 2004

Neuer Glanz auf alten Marken

Seit der Wende 1989 hat nach einer ersten Euphorie der Öffnung die Reformländer und ihre Nachbarn die Realität eingeholt. Als neue EU-Mitgliedsstaaten gehören sie zum gemeinsamen Markt. Im Falle Tschechiens eine neue Erfahrung, die allerdings alte Wurzeln hat. Die vermeintlich neuen Märkte sind einmal Teil eines großen Ganzen gewesen, das als Habsburger-Monarchie 1918 untergegangen ist.

Dieses Habsburgerreich hat – ungeachtet einer fragwürdigen Wirtschaftspolitik und notorischem Kapitalmangel – eine große Anzahl von Industriebetrieben hervorgebracht, die in den böhmischen Ländern einen erheblichen Teil ihrer Produktion aufbauten. Die Marken, die geschaffen wurden, sind noch heute populär: Hirsch-Seife und Ceres, Hardmuth-Bleistifte (Koh-i-noor) und Thun-Porzellan, Skoda-Auto und Gablonzer Glaswaren.

Der Vortrag basiert auf dem Buch Neuer Glanz auf alten Marken. Skoda, Gablonz, Budweiser & Co (2001). Der Autor Johannes Jetschgo bietet einen Streifzug durch eine Industrielandschaft, die sich ihrer prominenten Marken noch erinnert, sie teilweise als Tradition hochhält oder sie längst an anderen Standorten weiterentwickelt hat.

Das Spektrum reicht vom k.u.k. Hoflieferanten bis zum Exportmotor der heutigen Republik Tschechien, von Unternehmerschicksalen bis zu Wiedereinsteigern nach 1989. Es zeigt sich, dass weder Globalisierung noch Marketing Entwicklungen unserer Zeit sind, sondern dass dies schon Ende des 19. Jhd. geläufige Phänomene und Errungenschaften waren. Dort wo Industriegeschichte die Anfänge des Massenkonsums erreicht, mit dem Auftreten populärer Marken, wird sie für jeden fassbar und Teil des Lebens. Dies ist an Beispielen aus Böhmen spannend nachvollziehbar.

Dr. Johannes Jetschgo wurde 1956 in Linz geboren. Nach dem Studium der Germanistik und Geschichte in Salzburg und Saarbrücken arbeitete er bei den Salzburger Nachrichten sowie im Österreichischen Rundfunk. Von 1993-1998 war er im ORF-Landesstudio Oberösterreich in Linz redaktionell verantwortlich für den Bereich Wirtschaft, seit 1998 ist er dort Chefredakteur für den Bereich Information. U. a. verfasste er auch Natur- und Kunstführer für West- und Südböhmen, sein neuestes Werk befasst sich mit der Österreichischen Industriegeschichte (Ueberreuter-Verlag, 2004)

Do, 16. Dezember 2004, 19 Uhr

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8

 

 

 


 

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