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Veranstaltungen

 

27. Oktober 2004

Begräbnisse in Böhmen

Tomáš G. Masaryk - Karel Hynek Mácha

Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung des Adalbert Stifter Vereins Grenze zwischen Zeit und Ewigkeit, die sich mit den Friedhöfen und Gräbern der ehemaligen deutschen Bevölkerung in Böhmen, Mähren und Schlesien in Wort und Bild beschäftigt und ab dem 14. Oktober im Sudetendeutschen Haus (Alfred Kubin Galerie) gezeigt wird.

Der Tod des zwei Jahre zuvor von seinem Amt ausgeschiede-nen tschechoslowakischen Staatspräsidenten Tomáš G. Masaryk am 14. September 1937 rief nicht nur bei Tschechen und Slowaken, sondern auch bei vielen Sudetendeutschen Trauer und Bestürzung hervor. Die Ehren-lafette mit seinen sterblichen Überresten, die in einem großen Kondukt durch Prag gezogen wurde, eskortierten tschechische, deutsche, slowakische, polnische, ruthenische und ungarische Soldaten. Masaryks Leichnam wurde anschließend nach Lány, der Sommerresidenz des Präsidenten, überführt und auf dem dortigen Friedhof begraben. Verlauf und (nationale) Symbolik des Masaryk-Begräbnisses stehen im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Wolfgang Schwarz, Kulturreferent im Adalbert Stifter Verein.

  Karel Hynek Mácha (1810-1836) ist das Aushängeschild der tschechischen Romantik. Seine dichterischen Anfänge waren jedoch deutsch, im überwiegend deutschsprachigen Leitmeritz (Litoměřice) begann er auch als 26jähriger Jurist zu arbeiten. Als er dort wenig später starb und begraben wurde, fand sein Werk unter den Tschechen kaum Beachtung. Nach einem halben Jahrhundert avancierte er zum tschechischen Dichter-fürsten, der heute auf einer Stufe mit Jan Skácel oder Jaroslav Seifert steht. Nach dem Anschluss von Leitmeritz an Deutschland infolge des Münchner Abkommens wurden Máchas sterbliche Überreste ausgegraben und nach Prag überführt. Im Mai 1939, also bereits im Protektorat "Böhmen und Mähren", fand Máchas zweites Begräbnis auf dem Vyšehrad statt, das sich zu einer nationalen Manifestation entwickelte. Dr. Václav Maidl, Germanist aus Prag, wird in seinem Vortrag dieses Begräbnis erläutern.

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Beginn 18 Uhr, Eintritt frei

 

 

 

 


 

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