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Die Veranstaltung ist
Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung des Adalbert Stifter Vereins
Grenze zwischen Zeit und Ewigkeit,
die sich mit den Friedhöfen und Gräbern der ehemaligen deutschen
Bevölkerung in Böhmen, Mähren und Schlesien in Wort und Bild beschäftigt
und ab dem 14. Oktober im Sudetendeutschen Haus (Alfred Kubin Galerie)
gezeigt wird.
Der Tod des zwei Jahre zuvor von seinem Amt ausgeschiede-nen tschechoslowakischen
Staatspräsidenten Tomáš G. Masaryk am 14. September
1937 rief nicht nur bei Tschechen und Slowaken, sondern auch bei
vielen Sudetendeutschen Trauer und Bestürzung hervor. Die Ehren-lafette
mit seinen sterblichen Überresten, die in einem großen Kondukt durch
Prag gezogen wurde, eskortierten tschechische, deutsche, slowakische,
polnische, ruthenische und ungarische Soldaten. Masaryks Leichnam
wurde anschließend nach Lány, der Sommerresidenz des Präsidenten,
überführt und auf dem dortigen Friedhof begraben. Verlauf und (nationale)
Symbolik des Masaryk-Begräbnisses stehen im Mittelpunkt des Vortrags
von Dr. Wolfgang Schwarz, Kulturreferent im Adalbert Stifter Verein.
Karel Hynek Mácha (1810-1836)
ist das Aushängeschild der tschechischen Romantik. Seine dichterischen
Anfänge waren jedoch deutsch, im überwiegend deutschsprachigen Leitmeritz
(Litoměřice) begann er auch als 26jähriger Jurist zu arbeiten. Als
er dort wenig später starb und begraben wurde, fand sein Werk unter
den Tschechen kaum Beachtung. Nach einem halben Jahrhundert avancierte
er zum tschechischen Dichter-fürsten, der heute auf einer Stufe
mit Jan Skácel oder Jaroslav Seifert steht. Nach dem Anschluss von
Leitmeritz an Deutschland infolge des Münchner Abkommens wurden
Máchas sterbliche Überreste ausgegraben und nach Prag überführt.
Im Mai 1939, also bereits im Protektorat "Böhmen und Mähren",
fand Máchas zweites Begräbnis auf dem Vyšehrad statt, das sich zu
einer nationalen Manifestation entwickelte. Dr. Václav Maidl, Germanist
aus Prag, wird in seinem Vortrag dieses Begräbnis erläutern.
Kulturforum im Sudetendeutschen
Haus, Beginn 18 Uhr, Eintritt frei
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