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Veranstaltungen

 

Do, 23. Oktober 2003
Prager Filmproduktion in der Zeit des Protektorats
Vortrag von Peter Demetz, New Haven

Die Erinnerungen an das Protektorat Böhmen/Mähren waren lange Zeit durch Entweder-Oder Perspektiven verzerrt. Der Literaturwissenschaftler Peter Demetz (*1923) versucht in seinem informellen Vortrag ins Gedächtnis zurückzurufen, wie man in der Prager tschechischen Filmproduktion unter dem Okkupationsregime arbeitete.

Die NS-Behörden hatten ein besonderes Interesse an der Kino-Massenkunst (Goebbels). Die Prager Barrandov-Filmateliers, gegründet, finanziert und geleitet durch Václav und Miloš Havel, den Vater und den Onkel des späteren Staatspräsidenten, zählten zu den modernsten Europas, und als die reichsdeutschen Ateliers wegen der Bombenangriffe nach Prag übersiedelten, waren der industriellen und ideologischen Konflikte nicht wenige. Reichsdeutsche und Tschechen filmten in denselben Ateliers, wobei die Tschechen versuchten, in zumindst vier Film-Gattungen, ihre Autonomie zu verteidigen:
1) der patriotisch-historischen Biographie (Slavinský),
2) der Konversationskomödie (Vávra),
3) dem Bauerndrama, zuzeiten aber nicht frei von antisemitischen Tendenzen (Čap), und
4) der lyrisch-poetischen Naturnovelle (Krška).

Schon im Mai 1945 gelang es der kommunistischen Partei ein Verstaatlichungsgesetz durchzusetzen; die Retributionsverfahren/Prozesse dauerten bis 1948 und später.

Mit ausgewählten Filmbeispielen

Eintritt frei


Mittwoch, 5. November 2003, 19.00 Uhr
Adalbert-Stifter-Saal
Sudetendeutsches Haus
München, Hochstraße 8


 

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