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Veranstaltungen (Archiv 2003)

 

Do, 20. Februar 2003, 19 Uhr

München, Adalbert Stifter Saal, Hochstr. 8

Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Collegium Carolinum, Forschungsstelle für die böhmischen Länder, München

Die Beneš-Dekrete und ihre heutige Diskussion

Vortrag von Dr. Barbara Coudenhove-Kalergi (Wien) und Dr. Oliver Rathkolb (Wien) über ihr neu erschienenes Buch.

Mit einer Tagung im Sommer 2002 machte das Demokratiezentrum Wien den Versuch, mehr Klarheit in die Diskussion um die sogenannten Beneš-Dekrete zu bringen. Das daraus entstandene Buch mit Beiträgen zahlreicher Wissenschaftler und Zeitzeugen ist nicht nur von historischem Wert, sondern ist darüber hinaus höchst aktuell, wie die aktuelle politische Debatte zeigt.

Auf beiden Seiten herrscht ein Defizit der Aufarbeitung des Themas; ein und dieselbe Erzählung wird ganz unterschiedlich wahrgenommen.

"Im 20. Jahrhundert haben beide Seiten, Sudetendeutsche wie Tschechen, Leid und Unrecht zur Genüge erfahren - und so

dominiert auf beiden Seiten die Neigung,

  

Czernin-Verlag Wien 2002. Mit Beiträgen von: Barbara Coudenhove-Kalergi, Edvard Beneš, Václav Havel, Elisabeth Marnegg, Volker Zimmermann, Václav Kural, Leopold Grünwald, Peter Mähner, István Deák, Bradley F. Abrams, Rainer Münz, Oliver Rathkolb, Anne Bazin-Begley, Bohumil Doležal, Alena Mišková, Peter Becher

sich selbst in erster Linie als Opfer zu betrachten: die Tschechen als Opfer der nationalsozialistischen Unterdrückung, die Sudetendeutschen als Opfer der Vertreibung durch die Tschechen...."

                                                                          [Volker Zimmermann]

"... es gibt auf beiden Seiten Leute, die sich darum bemühen, die andere Seite wenigstens zu verstehen, wenn man deren Ansichten auch nicht teilt. Daß es über ein und dieselbe Sache mindestens zwei verschiedene Narrative gibt, muß man wissen, bevor man über Verständigung und Kompromiss reden kann. Dieses Buch ist ein erster Schritt dazu."

                                                              [Barbara Coudenhove-Kalergi]

Barbara-Coudenhove-Kalergi,

in Prag geboren, mußte im Mai 1945 im Zuge der „wilden Vertrei-bung“ ihre Heimatstadt verlassen. Sie wurde Journalistin in Österreich und berichtete lange Jahre für Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen, vor allem aus Osteuropa.

Nach der Wende war sie Leiterin des

ORF-Korrespondentenbüros in Prag. Heute lebt sie als Kolumnistin und freie Journalistin in Wien. 2001 erhielt sie

den Tomáš-Garrigue-Masaryk-Orden.

Oliver Rathkolb,

geboren 1955 in Wien, ist Jurist und Historiker, seit 1993 Dozent für Neuere

Geschichte am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, seit 1994 Co-Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Geschichte und Gesellschaft sowie seit 2000 wissenschaftlicher Leiter des Demokratiezentrums Wien und Initiator der Internetplattform www.whoisaustria.org                                                                                                                                   

Im Anschluß an die Vorträge Podiumsdiskussion mit:

Barbara Coudenhove-Kalergi

Oliver Rathkolb

Franz Neubauer (München)

Erich Sandner (Augsburg)

Moderation: K. Erik Franzen, Collegium Carolinum München                 

Franz Neubauer,

Jahrgang 1930, erlebte als Jugendlicher die Vertreibung aus dem Egerland. Nach Tätigkeiten als Jurist im Finanzbereich und in der Bayerischen Regierung war er 1984-1986 Bayerischer Staatsminister für Arbeit und Sozialordnung. 1970-1986 war er Mitglied des Bayerischen Landtags, 1993-1998 Präsident der Bayerischen Landesbank. Von 1982 bis 2000 bekleidete er das Amt des Sprechers und Vorsitzenden der Sudetendeutschen Landsmannschaft.

Erich Sandner

wurde 1925 bei Neudek in Böhmen geboren. Nach der Vertreibung wurde er in Augsburg seßhaft und war bei der Regierung Schwaben sowie als Stadtrat tätig. Er ist Mitglied der sozialdemokratischen Seliger-Gemeinde und des Sudetendeutschen Rats und war Chefredakteur der Zeitschrift „Die Brücke“.

K. Erik Franzen,

geboren 1964 in Dormagen, ist Historiker und seit 1999 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Collegium Carolinum, Forschungsstelle für die böhmischen Länder, in München. Daneben ist er als freier Autor u.a. für die Frankfurter Rundschau tätig.


 

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