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| Mittwoch,
5. März 2008 |
| Sidonie
Nádherný - Schloßherrin von Janowitz |
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| Durch
ihre Gastfreundschaft und ihre aufgeweckte Geisteshaltung hatte Baronin
Sidonie von Nádherný (*1885 in Janowitz, +1950 in England) das in
Mittelböhmen gelegene Schloß Janowitz/Vrchotovy Janovice und seinen
zauberhaften Schloßpark zu einem Anziehungspunkt für unzählige Gäste
aus dem In- und Ausland gemacht, unter denen
sich neben vielen anderen bekannten Größen auch Rainer Maria Rilke
und Karl Kraus befan-den. Sowohl Rilke als auch Kraus unterhielten
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über Jahrzehnte einen regen
Briefwechsel mit Baronin Sidonie. Beide Briefwechsel wurden in der
Bibliothek Janowitz veröffentlicht, in der Dr. Friedrich
Pfäfflin seit 2002 die Schriften der im Umkreis der Baronin
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enstandenen Schriften herausgibt.
Rilke – einer der bedeutendsten
Lyriker der deutschen Sprache. Sidonie – eine böhmische Baronesse,
emanzipiert und kulturinteressiert: Zwei Jahrzehnte, von 1906 bis
zu seinem Tod, 1926, währt der Briefwechsel, den Rainer M. Rilke
mit Sidonie Nádherný führte: ein Briefwechsel zweier Außenseiter
und zweier Persönlichkeiten europäischen Ranges. Die
Schreiben, die Sidonie zwischen
1906 und 1914
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an Rilke schickt, sind verschollen.
Umso wertvoller ist, daß in der jetzt erschienenen Neuausgabe ihre
»Schreibstimme« voll zur Geltung kommt.
Zugleich wird der Blick
freigelegt auf Sidonies dramatische Beziehung zum Schriftsteller
und Satiriker Karl Kraus, den sie 1913 in Wien kennenlernt. Dieses
Zusammentreffen verändert beider Leben. Er erwägt, ihr zuliebe
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seine Zeitschrift ›Die Fackel‹
aufzugeben. Sie kommt von der Verpflichtung nicht los, eine standesgemäße
Heirat einzugehen. Die »Liebestodesangst«, die Karl Kraus erlebt,
reicht über sein Grab hinaus.
Dr. Pfäfflin, Marbach, und Prof. Dr. Joachim
W. Storck, Freiburg, stellen die von ihnen betreuten, sorgfältig
kommentierten Briefausgaben vor und lesen einzelne Briefstellen.
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Dr. h.c. Friedrich
Pfäfflin,
geboren 1935 in Würzbach.
Von 1976 bis 2000 Leiter der Museums- und Publikationsabteilung
des Schiller-Nationalmuseums/ Deutschen Literatur-archivs Marbach.
Mitglied der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung, des
P.E.N.; Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät der Universität
Tübingen.
Professor Dr. Joachim
W. Storck ,
geboren 1923 in Karlsruhe.
Promotion über "Rilke als Briefschreiber". Lehrtätigkeit
an den Universitäten Cambridge, Freiburg und Mannheim. 1970 bis
1988 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Literaturarchiv
in Marbach, Leiter des Martin-Heidegger-Archivs und Honorarprofessor
für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Mannheim.
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