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Di, 5. Oktober 2004
Kunstpreis zur deutsch-tschechischen Verständigung

Jiří Dienstbier, 1937 in Kladno geboren, schlug nach dem Studium die Journalistenlaufbahn ein und berichtete zwischen 1958 und 1968 als Auslandskorrespondent und Kommentator aus Westeuropa, den Vereinigten Staaten und dem Fernen Osten. Nach der gewaltsamen Beendigung des Prager Frühlings durch Truppen der Warschauer-Pakt-Staaten erhielt Dienstbier Berufsverbot und arbeitete fortan als Archivar, Nachtwächter und Heizer.

Er war einer der ersten Signatare der Charta 77 und mehrmals Sprecher dieser Bürgerrechtsbewegung, was ihm drei Jahre in tschechoslowakischen Gefängnissen einbrachte. Im November 1989 war Dienstbier Sprecher des neugegründeten Bürgerforums und wurde am 10. Dezember zum Außenminister und zum stellvertretenden Ministerpräsidenten der Tschechoslowakei ernannt. Gemeinsam mit dem damaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher durchtrennte er am 26. Dezember 89 symbolisch den Stacheldrahtzaun am Grenzübergang Waidhaus/Rozvadov. Dienstbier ist heute UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte für das ehemaligen Jugoslawien.

Hans-Dietrich Genscher wurde 1927 in Halle geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften verließ er 1952 die DDR und trat im selben Jahr in die FDP ein. Er arbeitete als Rechtsanwalt und ab 1956 für die Bundestagsfraktion in Bonn. Von 1965 bis 1998 war er Mitglied des Bundestags. Von 1969 bis 1974 war Genscher Bundesminister des Innerenunter Bundeskanzler Willy Brand, von 1974 bis 1982 Außenminister unter Bundeskanzler Helmut Schmidt, gleichzeitig Bundesvorsitzender der FDP und 1982 bis 1992 Außenminister unter Helmut Kohl.

Genscher setzte sich stets für die Entspannungspolitik und den Ost-West-Dialog ein. So beteiligte er sich 1974 maßgeblich an den Verhandlungen über den Text der KSZE-Schlußakte in Helsinki. Am 30. September 1989 verkündete er vom Balkon der deutschen Botschaft in Prag allen dorthin geflohenen DDR-Flüchtlingen, daß sie in die Bundesrepublik ausreisen können.

 

Blick ins Publikum             

Die Vorsitzende des Adalbert Stifter Vereins, Dr. Barbara von Wulffen, im Gespräch mit dem Direktor des Internationalen Künstlerhauses, Dr. Bernd Goldmann.

 

Das Elisen-Quartett, Nürnberg spielte im Rahmen der Verleihung das

1. Streichquartett von Ondřej Kukal, Prag, der 1999 Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia war.


 

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